VW ID. Cross: Mit dem Hoffnungsträger auf der Testrunde
Von Martin Wittler
Links ein Yachthafen, rechts das altehrwürdige Olympiastadion Amsterdam – und doch schauen die meisten Passanten auf einen anderen Blickfang: den VW ID. Cross. Denn das elektrische B-Segment-SUV ist noch unter einer auffälligen grün-weiß-beige-gezackten Tarnfolie versteckt. Erst Ende des Jahres kommt der Wagen zu den Händlern. Das Wichtigste vorweg: Der ID. Cross überzeugt während der Fahrt.
VW ID. Cross Covered Drive
Der Wagen liegt satt auf der Straße, das Vorwärtskommen fühlt sich ausgereift und erwachsen an. Das ist entscheidend für Volkswagen in anspruchsvollen Zeiten. Auf dem Modell ruhen viele Hoffnungen des angeschlagenen Konzerns. 2026 ist das Jahr, in dem die vergleichsweise günstigen Elektromodelle der Marke auf den Markt kommen, die für mächtig Absatz sorgen sollen. Neben dem Kleinwagen ID. Polo ist das eben auch der ID. Cross , der auf das bei Autofahrern derzeit besonders gefragte Segment der kleinen und kompakten SUV abzielt.
Genau wie der VW ID. Polo fußt auch der ID. Cross auf der neuen Konzern-Fahrzeugplattform MEB+. Das heißt: Der Wagen ist im Gegensatz zu den bisherigen Modellen der ID-Reihe mit Frontantrieb ausgestattet. Beim Fahren verhält sich der ID. Cross sehr ausgewogen. Ein mögliches Untersteuern, was bei Fronttrieblern bei schneller Kurvenfahrt schon mal vorkommt, ist während der Testfahrten nicht aufgefallen. Beim Beschleunigen auf gerader Strecke überzeugt der Wagen – wie die meisten Elektrofahrzeuge. Das liegt obendrein daran, dass im Testwagen der leistungsstärkste Antrieb mit 155 kW / 211 PS eingebaut ist. Außerdem wird es Motoren mit 85 kW / 116 PS und 99 kW / 135 PS geben.
Zwei Akkus werden angeboten: Die kleine Batterie mit einer Speicherkapazität von 37 kWh ermöglicht laut VW eine Reichweite von etwa 312 Kilometern. Der große 52-kWh-Akku des getarnten Testwagens, soll bis zu 436 Kilometer möglich machen. Nach der ersten Fahrt zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 13,5 kWh pro 100 gefahrene Kilometer an. Hochgerechnet liegt die realistische Reichweite somit bei rund 385 Kilometer. Das entspricht in etwa der Entfernung von München nach Frankfurt – ein grundsolider Wert. Geladen werden kann der große Akku mit bis zu 105 kW. Die Batterieanzeige steigt so in 24 Minuten wieder von zehn auf 80 Prozent. Auch das ist sehr alltagstauglich.
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VW ID. Cross bremst bei Rot automatisch
Überhaupt überzeugt der ID. Cross bei alltäglichen Fahrtmustern. Insbesondere dann, wenn er nicht flott, sondern eher gemächlich bewegt wird. Dann greifen die Fahrassistenzsysteme besonders gut. Etwa die neueste Stufe des adaptiven Tempomaten, des Travel-Assists: Der ID. Cross erkennt – das ist neu – Ampeln und bremst bei Rot automatisch bis zum Stillstand. Um loszufahren, muss kurz das Gaspedal angetippt werden. Die Bremse muss der Fahrer beim normalen Gebrauch hingegen quasi gar nicht betätigen.
Denn anders als bei den VW-Elektromodellen, die bislang auf der Straße sind, erlaubt der ID. Cross One-Pedal-Driving. Der Wagen bremst, wenn der stärkste Rekuperationsmodus zur Energierückgewinnung ausgewählt wurde, vollständig bis zum Stillstand ab.
Drei Rekuperationsstufen stehen zur Verfügung. Ausgewählt werden können sie über den Lenkstockhebel sowie über den zentralen Touchscreen. Der misst serienmäßig 12,9 Zoll und ist das zentrale Bedienelement für die Steuerung des Infotainmentsystems. Die Bedienung gelingt recht intuitiv und macht sogar Spaß: VW hat einige Retro-Elemente in die Gestaltung der Screens an Bord einfließen lassen – neben dem Touchscreen gibt es auch ein 10,25-Zoll-Digital-Cockpit.
Das lässt sich so konfigurieren, dass es aussieht wie die Analog-Instrumente im Golf aus den Achtzigern. Auf dem zentralen Bildschirm geht die Zeitreise weiter. So lässt sich auch eine Röhrenbildschirm-Ästhetik auswählen und die Musikwiedergabe lässt sich als Kassetten-Spieler-Grafik einbetten. Es sind die kleinen Design-Spielereien, die Teil der neuen "Pure Positive"-Designstrategie bei VW sind.
VW ID. Cross Concept
Es gibt noch Drehschalter
Nach wie vor gibt es viele, die von derlei Spielereien nichts halten, sondern sich ganz einfache, physische Tasten wünschen. Und die wurden erhört. Es gibt sowohl echte Tasten auf dem Lenkrad, etwa für die Einstellung des Tempomaten, als auch Schalter zur Steuerung der Klimaanlage unterhalb des Touchscreens.
Zudem gibt es einen Drehschalter unterhalb der Mittelkonsole, mit dem die Lautstärke reguliert werden kann. Die Touchslider, die bei früheren E-Autos von VW für viel Kritik sorgten, sind nun Geschichte. Mehr lässt sich zum Interieur noch nicht sagen. Denn der neue Volkswagen ist für die Testfahrt in Amsterdam nicht nur äußerlich, sondern auch im Innenraum getarnt.
VW ID. Cross: Preis so gut wie fix
Bei der Preisgestaltung ist VW schon weiter. Die Einstiegsvariante "Trend" soll weniger als 28.000 Euro kosten. Das sind knapp 3.000 Euro mehr als für den Verbrenner T-Cross mindestens fällig sind. Im Vergleich zu ihm geht es im ID Cross aber komfortabler zu. Denn das E-SUV ist 4,15 Meter lang, 1,79 Meter hoch und 1,58 Meter breit – und damit etwas größer als der Verbrenner. Passagiere in der ersten, aber vor allem auch in der zweiten Sitzreihe haben dadurch mehr Platz.
Zudem gibt es Vorteile beim Stauvolumen. Der Kofferraum fasst beim ID. Cross 475 Liter, das sind 20 Liter mehr als beim T-Cross. Zudem hat der ID. Cross als erstes E-Auto von VW vorn unter der Haube einen Frunk, einen Frontkofferraum, in den weitere 22 Liter hineinpassen. Der war beim Testwagen noch nicht einsehbar, dürfte aber ideal fürs Verstauen des Ladekabels geeignet sein. Auch andere Details bleiben vorerst verborgen – bis zur Weltpremiere im Juli.
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