ZDK-Umfrage: Betriebe setzen auf E-Auto-Prämie trotz Hürden
Trotz anhaltender Unsicherheit setzen viele Kfz-Betriebe große Hoffnungen in die angekündigte E-Auto-Kaufprämie. Zwei Drittel der Betriebe im deutschen Kfz-Gewerbe rechnen laut einer neuen Branchenumfrage mit positiven Effekten der angekündigten Förderung auf die schwache Privatkundennachfrage. Das teilte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) am Montag mit.
In der Umfrage unter 590 Autohändlern und Werkstätten erwarten 60 Prozent der Befragten "leichte positive" Auswirkungen der Prämie, weitere fünf Prozent sogar "starke positive" Effekte. Lediglich knapp fünf Prozent gehen von "leicht negativen" oder "stark negativen" Folgen aus.
"Die Prämie setzt ein wichtiges Signal und belebt das Interesse privater Kunden – besonders im unteren und mittleren Preissegment. Unsere markengebundenen Händlerverbände berichten seit Bekanntgabe der Eckdaten im Januar von deutlich mehr konkreten Anfragen", erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. "Jetzt kommt es darauf an, dass das Antragsverfahren endlich Fahrt aufnimmt. Nur wenn es zügig startet, kann die Kaufprämie ihre Wirkung wirklich entfalten – sonst verpufft ihr positiver Effekt."
Zwischen Kaufprämie und weiteren Impulsen
Neben der Kaufprämie sehen die Betriebe vor allem zusätzliche flankierende Maßnahmen als entscheidend für eine nachhaltige Belebung der E-Auto-Nachfrage. Besonders häufig genannt werden:
Laut ZDK-Umfrage gelten diese Faktoren als zentrale Hebel, um Kaufentscheidungen zu erleichtern. Insgesamt zeigt sich: Die Betriebe sehen in der Kombination aus Kaufprämie und verlässlichen Rahmenbedingungen entlang der gesamten Nutzungskette den Schlüssel für zusätzliche Marktdynamik.
Konkrete E-Auto-Bestellungen: Ernüchternde Erwartungen
Deutlich vorsichtiger fällt das Bild bei den Erwartungen zu konkreten Neuwagenbestellungen von reinen E-Autos (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) aus. Hier prognostizieren die Betriebe überwiegend negative Entwicklungen – sowohl im Privat- als auch im gewerblichen Kundensegment. Die Umfrage endete am 6. Februar.
"Wenn sich die Förderung jetzt im Regelungsdickicht und in Verfahrensfragen verliert, wird sie ihre Wirkung verfehlen", warnte Peckruhn. "Handel und Kunden brauchen schnellstmöglich klare, verständliche und verbindliche Regeln. Die Kaufprämie muss zügig und praktikabel umgesetzt werden – sonst droht der nächste Vertrauensverlust."
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Angespannte Geschäftslage
Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Betriebe weiterhin überwiegend negativ: Jeder zweite befragte Betrieb sieht seine Situation pessimistischer als noch im Sommer 2025. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei größeren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten – 63 Prozent von ihnen stufen ihre wirtschaftliche Lage als "eher schlechter" oder "schlechter" ein.
Auch im Servicegeschäft wird die Zurückhaltung sichtbar: 36 Prozent der Betriebe bewerten ihre Reparatur- und Wartungsaufträge als "eher schlechter" oder "schlechter" – gegenüber noch 19 Prozent im zweiten Halbjahr 2025. Besonders betroffen sind mittelgroße Betriebe (16–50 Beschäftigte), von denen fast 39 Prozent ihre Service- und Werkstattleistungen negativ einschätzen.
"Die Einbußen haben nun auch den Werkstattservice erreicht – entsprechend hat sich die Geschäftslage weiter eingetrübt. In der anhaltenden konjunkturellen Schwäche halten sich Unternehmen wie Privatkunden mit Investitionen spürbar zurück. Das betrifft längst nicht mehr nur den Neuwagenkauf, sondern zunehmend auch Werkstattaufträge", so Peckruhn.
Umsatzerwartungen bleiben gedämpft
Auch die Ertragserwartungen für 2026 fallen zurückhaltend aus: 42 Prozent der Betriebe rechnen mit schlechteren Umsätzen, während nur 20 Prozent von steigenden Erlösen ausgehen. Unter den mittelgroßen Betrieben bewerten sogar 49 Prozent ihre Umsatzperspektiven negativ.
"Die Branche spürt die Zurückhaltung von Kunden und Unternehmen deutlich. Wenn Investitionen ausbleiben und Betriebe bei Neueinstellungen zögern, drücken diese Unsicherheiten direkt auf die Umsatzerwartungen", betonte Peckruhn. "Jetzt ist die Politik am Zug: Nur mit mehr Kaufkraft und verlässlichen Rahmenbedingungen können Betriebe im Kfz-Gewerbe investieren – damit auch die Konjunktur nach Jahren des Stillstands endlich wieder anzieht."
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