Fahrschule nur für Frauen: Vorreiter in Niedersachsen
"Machofreie Zone - Lady Drive" ist an der Fahrschule für Frauen zu lesen. Nicht einmal einen Monat ist das kleine Unternehmen in Osnabrück alt und schon sind das Interesse von Fahrschülerinnen und die Aufregung in den sozialen Medien groß. "Wir sind Vorreiter in Niedersachsen", sagt Fahrschulleiter Stefan Eggert. In großen Städten wie Hamburg gibt es schon länger solche Angebote.
"Das Projekt ist entstanden, weil viele, viele in den vergangenen Jahren angerufen haben und von Frau zu Frau ausgebildet werden wollten", berichtet er. Es solle eine Schutzzone für Frauen sein, ob sie nun schlechte Erfahrungen gemacht hätten oder einfach nicht neben einem Mann auf engem Raum im Auto sitzen wollten. "Wir haben bestimmt fünf, sechs Jahre überlegt. Die Resonanz zeigt, dass es der richtige Weg war, das zu machen", sagt der Betreiber.
Das operative Geschäft überlässt er Dorentina Bitiqi, seit zwei Jahren Fahrschullehrerin. Sie erklärt in den Stunden auf der Straße geduldig den toten Winkel, verschiedene Geschwindigkeiten und den Schulterblick beim Spurwechsel. «Wir bekommen sehr positives Feedback von Frauen, die endlich dieses Go bekommen haben», erzählt die 28-Jährige im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. So können einige endlich den Führerschein erwerben. Ihr ist die Atmosphäre im Auto unheimlich wichtig.
Von der Angst Fragen zu stellen
Die Begeisterung sei so groß, weil viele Frauen schlechte Erfahrungen mit männlichen Fahrlehrern gemacht hätten und sich wohler fühlten, wenn eine Frau neben ihnen sitze. Es sei ein angenehmes Klima. "In der Theorie habe ich mich im gemischten Kurs nicht getraut Fragen zu stellen", sagt Fahrschülerin Alexandra Vasiljeva, die sich seit dem Wechsel in die Frauenfahrschule deutlich wohler fühlt. "Ich hatte vorher Angst etwas Falsches zu fragen, nun frage ich einfach", berichtet die 20-Jährige.
Der Inhalt des Unterrichts und der Prüfungen ist für die Führerscheinanwärterinnen der gleiche wie bei gemischten Angeboten. "Mir ist das sehr wichtig nur unter Frauen zu sein und eine Lehrerin zu haben, die auf der gleichen Ebene ist wie mal selbst", meint die 18 Jahre alte Lily Schober. "Es ist die Sicherheit, nicht komisch angemacht zu werden oder Kommentare zu bekommen".
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