DAT-Report 2026: China-Hersteller in der Wahrnehmungsfalle
Die wachsende Präsenz chinesischer Automarken auf deutschen Straßen spiegelt sich bislang nur bedingt im Bewusstsein der Verbraucher. Zwar berichten 40 Prozent der Befragten im aktuellen DAT-Report 2026, chinesische Marken im Straßenbild gesehen zu haben, doch in Werbung und Medien fallen sie deutlich seltener auf. Nur 36 Prozent erinnern entsprechende Kampagnen oder Berichte. Erst Käuferinnen und Käufer, die sich über Wochen intensiv mit dem Markt beschäftigen, weisen eine sichtbar höhere Wahrnehmung auf.
Die Distanz der Verbraucher hat Gründe. Vor allem das Vertrauen in die Hersteller fehlt: Ein Drittel der Pkw-Halter und fast die Hälfte der Neuwagenkäufer glaubt, dass viele chinesische Marken in fünf Jahren wieder vom Markt verschwunden sein werden. Hinzu kommen datenschutzbezogene Sorgen. 38 Prozent der Halter und 52 Prozent der Neuwagenkäufer befürchten, ihre Fahrzeugdaten könnten in China weiterverarbeitet werden.
Noch deutlicher fällt die Präferenz für etablierte Marken aus. 62 Prozent aller Pkw-Halter und sogar 77 Prozent der privaten Neuwagenkäufer sprechen sich klar für traditionelle Anbieter aus – ein Wert, der auch auf Zweifel an Qualität und Zuverlässigkeit chinesischer Autos zurückzuführen ist. Hier äußern 51 Prozent der Pkw-Halter und 74 Prozent der Neuwagenkäufer Vorbehalte.
Dass chinesische Fahrzeuge dennoch an Zuspruch gewinnen, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 29 Prozent der Pkw-Halter können sich inzwischen den Kauf eines solchen Modells vorstellen, mehr als im Vorjahr. Unter den privaten Neuwagenkäufern hingegen liegt dieser Wert bei lediglich fünf Prozent.
Der DAT‑Report 2026 zeichnet damit ein deutliches Bild: Sichtbarkeit allein reicht nicht. Für viele Verbraucher bleibt der Abstand zu den neuen Anbietern groß – geprägt von Misstrauen, Unsicherheit und einer starken Bindung an etablierte Marken.
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