Klimaschutz, Digitalisierung, Sicherheit: ZDK pocht auf Kundenfokus in Verkehrspolitik
Deutliche Worte von Thomas Peckruhn: "Klimaschutz in der Mobilität gelingt nur, wenn die Kundinnen und Kunden im Mittelpunkt stehen." Das hat der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) beim Verbändedialog im Bundesverkehrsministerium erklärt. Auf Einladung von Minister Patrick Schnieder (CDU) kamen am Donnerstag die Spitzen der Mobilitätsbranche zu einem offenen Austausch in Berlin zusammen – für den ZDK ein starkes Signal gemeinsamer Verantwortung und praxisnaher Lösungen.
Im Zentrum der Gespräche stand der Hochlauf der Elektromobilität. Der ZDK machte laut Mitteilung klar, dass dieser nur mit besseren Rahmenbedingungen für Verbraucherinnen und Verbraucher gelingen könne. Besonders bei der Ladeinfrastruktur gebe es Nachholbedarf: In Mehrfamilienhäusern müssten endlich flächendeckende Lademöglichkeiten geschaffen werden. Zudem brauche es attraktivere Konditionen für all jene, die nicht zuhause laden können. "Öffentlicher Ladestrom müsse spürbar vergünstigt werden, damit E-Mobilität für breite Kundengruppen eine realistische Option wird", so Peckruhn weiter.
Imelda Labbé, Präsidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), unterstrich: "Der Hochlauf der Elektromobilität bis 2035 und die dazugehörige Digitalisierung stellt aktuell die größte technologische und wirtschaftliche Herausforderung der Automobilbranche seit Jahrzehnten dar." Gleichzeitig stagniere der Anteil der Elektro-Neuzulassungen seit Monaten auf einem Niveau von rund 18 Prozent – "zu wenig, um die CO2-Ziele zu erreichen". Es drohten hohe Strafen und der Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen. Labbé forderte eine "klare Perspektive für die Automobilwirtschaft und für potenzielle E-Auto-Fahrer".
Verkehrsminister will Planungssicherheit schaffen
Bundesverkehrsminister Schnieder kündigte an, dass mit dem "Masterplan Ladeinfrastruktur III" bald ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt werde. Ziel sei es, Planungssicherheit zu schaffen und die Akzeptanz der Elektromobilität zu erhöhen.
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Einig waren sich die Verbände auch beim Zugang zu Fahrzeugdaten. Diskriminierungsfreie Lösungen seien notwendig, um Innovation und Wettbewerb zu sichern. Schnieder sagte zu, sich für ein "Level Playing Field" einzusetzen. Für den ZDK ein Erfolg, der letztlich den Kundinnen und Kunden zugutekomme – durch bessere Dienstleistungen und faire Preise.
HU soll nicht verschärft werden
Auch Themen wie autonomes Fahren und Fahrzeugsicherheit standen auf der Agenda. Der ZDK verwies in diesem Zusammenhang auf die Arbeit der Akademie Deutsches Kfz-Gewerbe (TAK), die Schulungen für die Kalibrierung moderner Fahrerassistenzsysteme entwickelt. Konsens herrschte laut Verband zudem bei der Frage der Prüfintervalle: Die Hauptuntersuchung für ältere Fahrzeuge soll nicht verschärft werden, zusätzliche NOx-Messungen sind nicht vorgesehen.
Der ZDK zog eine positive Bilanz des Treffens: Der Verbändedialog habe gezeigt, dass Klimaschutz, Digitalisierung und Verkehrssicherheit nur im Schulterschluss mit allen relevanten Akteuren gelingen könnten. "Die Botschaft ist klar: Entscheidend für die Transformation der Mobilität sind praxisnahe Maßnahmen und eine konsequente Ausrichtung am Nutzen für die Kundinnen und Kunden."
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